Innenhofgestaltung von Leni Hofmann, 2016

[...] Vier Elementemachen mischla aus. Allen Elementen liegt als Ausgangsform der Kreis zu Grunde,der in einer spielerischen Abschweifung, ähnlich dem Spiel mit einem Gummiband,verändert wurde. Eine dieser Möglichkeiten wird angenommen und untersucht. Sofinden sich drei als Ortbeton ausgeführte Elemente auf dem Hof wieder. Aufunterschiedliche Weise scheinen zwei ähnliche Formen in die Wand zu schneidenbeziehungsweise aus dieser hervorzuwachsen. Ihre Formen laufen konisch zu,sämtliche Kanten der begeh- und besitzbaren Betonplastiken sind organischgeformt. Die schweren Elemente sind über Anschlussanker und -eisen direkt mitder tragenden Konstruktion in und hinter der Wandscheibe verbunden und scheinendoch zu schweben.

Der sich über den Tagändernde Lichtverlauf wird mit mischla zum Erlebnis, denn die Sonne zaubertsich ständig verändernde flächige Schattenschnitte der Plastik auf die Wand undden Kiesbelag des Hofes. Diese Bewegung nimmt eine weitere, ähnliche Form auf.In deren leuchtender Farbigkeit aus gelbem, grob gekörntem Mauerputz ist dieBewegung direkt auf die Wand aufgearbeitet. Oberflächenbeschaffenheit wieFarbigkeit heben sich von der Wand und den Kragelementen ab und betonen siegleichermaßen. Auch die übrigen umliegenden, heterogenen Putzfassaden sehensich durch mischla thematisiert. Die dritte Ortbetonform findet sich fußläufigauf dem Boden. Mit ihr scheint sich ein Schattenelement in die Aufsichtverselbstständigt zu haben. Eingebettet im groben Buntkies betont sie dieDeckenstärke und den unter ihr befindlichen Luftraum der Turnhalle.
Sechzehn kleine, farbig glasierte Steinzeugformen in Orange, Blau, Weiß, Gelbund Türkis verhalten sich zu der großen Betonform. In einem berückenden Spielmit der Maßstäblichkeit breiten sie sich spielerisch über den gesamten Innenhofaus.
mischla thematisiert den Ort ‚Schule' als Möglichkeiten entwickelnde Strukturund lässt jeden Schüler und jede Schülerin die eigene Anwesenheit alsmaßgeblich für die Bildfindung erleben.
(Auszüge aus dem Projektetxt zu "mischla" von leni hoffmann)

Das Projekt entstandin Zusammenarbeit mit Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich. www.koernoe.at

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Leni Hoffmann

*1962 Bad Pyrmont, lebt in Düsseldorf und Karlsruheund arbeitet „in situ". Studium an der Akademie der bildenden Künste Nürnberng1982-1987 sowie an der University of New England in Australien und der ÉcoleNationale des Beaux Arts de Lyon. Seit 2002 Prof.in für FreieMalerei und Grafik, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.Einzelausstellungen unter anderem im Kunstmuseum St. Gallen (1999), imSprengelmuseum Hannover (2002), im Museum Ludwig, Köln (2009).